Hovawarte

 Tipps & Tricks zur Aufzucht der Welpen
Bevor Ihr neues Familienmitglied bei Ihnen einzieht, überlegen Sie sich, wo er seinen Schlaf- und Fressplatz haben soll. Natürlich haben Sie sich auch einen schönen, gut rufbaren Namen ausgesucht. Besorgen Sie sich die Anfangswelpennahrung - bei uns ist das Royal Canin Junior für große Hunderassen

Die Fahrt ins neue Zuhause Planen Sie das Abholen des Welpen so, dass er bei Tageslicht bei Ihnen ankommt und die neue Umgebung noch erkunden kann. Bei der Autofahrt nimmt der oder die Hauptbezugsperson den kleinen Kerl am besten auf den Schoß und setzt sich auf die Rückbank. Der Welpe wird vor Aufregung eine Weile piepsen, beruhigen Sie ihn mit Streicheln und freundlichen Worten. Bei längeren Autofahrten bitte alle 2 Stunden eine Pause einlegen, Welpen zum Lösen ins Gras setzen und Wasser anbieten, kein Fressen geben während der Fahrt. Unbedingt die Leine vor dem Aussteigen aus dem Auto festmachen, er könnte auf dem lauten Rastplatz erschrecken und ihnen davonlaufen; Sie sind ihm ja noch fremd. Nachdem er bei Ihnen zu Hause den Löseplatz kennengelernt hat und schon mal ein bisschen erkunden konnte, bieten Sie ihm eine Mahlzeit an. Es ist ganz normal, wenn er diese zunächst ablehnt. Probieren Sie es ein bis zwei Stunden später nochmals. Legen Sie ihm das von uns  gegebene Deckenstück (mit dem Geruch seines Rudels) auf seinen Schlafplatz. Wenn er sich auf sein Plätzchen zurückzieht, lassen Sie ihn schlafen. Die vielen neuen Eindrücke verlangen von dem Hundebaby viel Kraft ab. Er wird die ersten Tage seine Geschwister und Mutter vermissen. Seien Sie da, wenn er Gesellschaft braucht und sucht. Die FütterungFüttern Sie immer am selben Platz. Nehmen Sie nach 10 - 15 Minuten den Fressnapf weg, auch wenn nicht alles auf gefressen ist. Regelmäßige Fütterungszeiten einhalten! Außerhalb der Fütterungszeit sollte es nichts geben. Ab und zu einen schönen Fleischknochen (gekocht) zur Gebissstärkung geben, sonst keine Knochen, vor allem keine Hähnchenknochen. Stets für frisches Wasser sorgen. Füttern Sie Ihren jungen Hund nicht zu üppig. Er soll in der Wachstumsphase hochwertig ernährt, aber nicht gemästet werden. Übergewicht in den ersten Lebensmonaten kann die gesunde Entwicklung des Sklettsystems gefährden (insbesondere bei großen Hunderassen); viele Gelenkschäden sind durch zu üppige Ernährung mit verursacht.Fütterungstabelle:2. - 3. Monat: 4 Mahlzeiten 4. - 7. Monat: 3 Mahlzeiten ab 8. Monat: 2 Mahlzeiten Nach dem Fressen keine Lauf- und Springspiele mit dem Hund machen (auch nicht bei erwachsenen Hunden), da bei großen Hunderassen wie dem Hovawart die Gefahr der Magendrehung besteht. Bei Änderung des Futters immer nur kleine Mengen unter das gewohnte Futter mischen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Die ersten Tage und NächteLassen Sie Ihren Welpen in den beiden ersten Wochen nur in Ihren Garten oder unmittelbare Umgebung Ihres Hauses. Er braucht noch keine Spaziergänge, sondern muss sich an die neuen Gerüche und Eindrücke rund um sein neues Zuhause gewöhnen. Auch ist er in dieser Zeit besonders anfällig für Infektionen, da die Umstellung Stress verursacht. Nach dieser Zeit hat er sich meist gut eingelebt, kennt Sie schon und vertraut Ihnen, sodass Sie mit ihm auf Erkundungstouren gehen können. Dann können Sie ihn auch zur Welpenspielstunde bringen. Bedenken Sie, dass ein Welpe regelmäßig seine Ruhephasen braucht, sonst nimmt er unweigerlich psychischen Schaden. Überlassen Sie ihn daher oft sich selbst und geben Sie ihm die Möglichkeit, sein eigenes Tempo beim Erkunden zu bestimmen und seine Schlafeinheiten zu finden, wenn er sie braucht. In den ersten Nächten ist es empfehlenswert, sich auf eine Liege neben dem Hundeplätzchen zu legen, falls der Welpe nicht bei Ihnen im Schlafzimmer schläft. Wenn er nachts wach wird und fiept, können Sie ihm mit Ihrer Hand oder beruhigenden Worten zeigen, dass er nicht „verlassen“ ist. Nach wenigen Nächten wird er friedlich alleine schlafen. Stubenreinheit

Es ist fast eine Gesetzmäßigkeit: ein Welpe muss nach dem Schlafen, Fressen und Spielen. Meist schnüffelt er vorher den Boden ab. Beobachten Sie ihn gut, locken oder tragen Sie ihn rechtzeitig nach draußen - immer an dieselbe Stelle - und loben Sie ihn, wenn er dann sein Geschäft verrichtet. Sollte Ihnen entgangen sein, dass Ihr Welpe dringend musste und er sein Geschäft im Wohnzimmer auf den besten Teppich verrichtet hat, strafen Sie ihn nicht, er bringt die Strafe nicht mehr mit seiner Tat in Verbindung. Erwischen Sie „in flagranti“, ist ein „Pfui“ angebracht, danach aber nach draußen bringen und an der gewohnten Stelle loben, auch wenn nichts mehr kommt. Je aufmerksamer Sie sind, desto schneller versteht Ihr neuer Hausbewohner, was von ihm verlangt wird. Ein Welpe kann übrigens erst mit etwa 12 Wochen den Schließmuskel kontrollieren. Also bitte Geduld.

Erste ErziehungIn den ersten Tagen sollten Sie keine strengen erzieherischen Maßnahmen ergreifen, da der Welpe verunsichert ist und sich eingewöhnen muss. Beginnen Sie aber vom ersten Tag an, die Dinge, die er nicht machen darf, durch ein deutliches „Nein“ zu unterbinden, wie z.B. in die Hände beißen, an den Kleidern zerren, aufs Sofa klettern, in die Blumenrabatten springen und scharren, Unrat fressen usw. Seien Sie hier unbedingt konsequent, es zahlt sich aus. Was der Hund von Anfang an nicht kennen lernt, vermisst er später auch nicht. Die Annahme, „der Welpe sei noch so klein und könne dies und das später lernen“, ist fatal. Ein größerer Hund setzt sich mit einer viel größeren Hartnäckigkeit durch und verlangt entsprechend harte erzieherische Maßnahmen, um „korrigiert“ zu werden. Zu dem eindeutigen „Nein“ kann nach einigen Tagen zur Verstärkung ein Griff über die Schnauze kommen, wie das die Mutterhündin auch tut, oder bei ganz Unverbesserlichen ein Schütteln im Nackenfell. Halten Sie keine Strafpredigten, sie sind wirkungslos,“Nein“ oder „Pfui“ genügt. Von allen Dingen, die der Hund lernen muss, ist wohl das Kommen auf Befehl das Wichtigste. Es ist sehr empfehlenswert, vor allem den Namen von Anfang so einzusetzen, dass der Welpe mit dem Gerufen-Werden sehr Positives verbindet. Entweder geben Sie ihm sein Fressen, nachdem Sie vorher seinen Namen klar und freundlich gerufen haben, oder Sie geben ihm ein Leckerli, oder Sie spielen mit ihm. Der Name sollte nicht ohne Grund gerufen werden, es muss sich für den Welpen immer „auszahlen“, wenn er dem Ruf seines Namens folgt. Noch ein Tipp am Rande: ein Name, der sich gut rufen lässt und für den Hund leicht zu erkennen ist, erleichtert diese erzieherische Maßnahme enorm, also statt „Bob“ lieber „Bobby“ o.ä. Gehen Sie am Anfang möglichst oft dort spazieren, wo der Welpe ohne Leine mitlaufen kann. Er wird sich daran gewöhnen, dass er auf Sie achten muss, um nicht verloren zu gehen. Laufen Sie ihm nie nach, sondern entfernen Sie sich von ihm, wenn er nicht kommt.                                                                                                                                                                                    
Kinder und Welpe
Kinder bis ca. 12 Jahren werden von Hunden nicht als übergeordnete Rudelmitglieder akzeptiert. Daher sind einige Regeln im Umgang zwischen Kindern und Hund*  wichtig,damit es nicht zum so genannten „Fehlverhalten“ des Hundes kommt 
Oberstes Gebot (für alle Familienmitglieder) ist: wenn der Welpe sich auf sein Plätzchen oder auf einen anderen Schlafplatz (z.B. unter dem Küchentisch) zurückzieht, muss er in Ruhe gelassen werden.  Auch beim Fressen sollte sich kein Kind nähern. Er wird instinktiv sein Futter verteidigen. Kinder sollen Hunde nicht hochheben oder  zu eng  umarmen. Kinder dürfen Hunde nicht körperlich sanktionieren. Der Hund wird sich wehren!                                                                                                                                                                                                                                                  Nie zulassen, dass das Kind den Hund jagt (umgekehrt natürlich auch nicht). An An dieser Stelle ist wichtig zu erwähnen, dass auch dem Hund ein richtiges Verhalten gegenüber den Kindern anerzogen werden muss:Der Hund darf Kinder nicht jagen, anspringen, anrempeln oder umkreisen. Hier muss ein Erwachsener energisch eingreifen.Auch das Knurren           gegenüber Kindern darf nicht geduldet werden, selbst wenn es am Schlaf- oder Fressplatz geschieht (wie schon erwähnt, diese Situation unbedingt vermeiden .(*entnommen aus „Eine Couch für alle Felle“ von Martin Rütters) Außer guter Literatur über die Erziehung des Hundes empfehle ich Ihnen auf alle Fälle eine gute Hundeschule, bei der Sie individuell betreut werden und wo Sie sich mit anderen Hundebesitzern austauschen und für die immer wieder auftretenden Problemchen und Probleme Rat einholen können. Auch mich können Sie natürlich jederzeit anrufen! Nun wünsche ich Ihnen eine gute Hand bei der Erziehung und viel Freude mit Ihrem Hovawart !  

                                                                                                         Buchtipps:                                                                                                                   Susanne Kerl ,das große Rassehandbuch ,Müller Rüschlikon Verlag CH-Cham , 1 Auflage 2003                                                                                                                            Ursula Birr , Erfolgreiche Hundeerziehung, Falken Verlag, Niedernhausen, 1995/1999                                                                                                                       Inge Hansen , Handbuch der Hundezucht, Müller Rüschlikon Verlag, CH-Cham, 1Auflage 1999                                                                                                                           Yvonne Kejcz , Hovawart, Kosmos Verlag, Stuttgart, 1999                                              Martin Rütters , Eine Couch für alle Felle, VGS Verlag, 2004                                    Katharina Schlegl-Kofler , Hundeschule für jeden Tag, GU Verlag, München, 2003